Montag, 30. Dezember 2013

Zusammenfassung: Verstrickte Dienstagsfrage 48/2013

Schon am 26. November hat das Wollschaf MEINE Frage gestellt... jippieh. Das hat mich wirklich sehr gefreut und umso gespannter war ich auf die vielen Antworten.
Leider hatte ich seit dem so viel Trubel um mich herum, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, die vielen tollen Antworten hier zusammenfassen. Das möchte ich jetzt natürlich nachholen.

Die Frage war:
Strickst oder häkelst du auch in der Öffentlichkeit (also in Cafés, Bus und Bahn, Büchereien, in der Uni, am Arbeitsplatz etc.) ? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du damit gemacht und wie reagiert die Umwelt darauf? Wurdest du schon angesprochen und was haben sie gesagt?

Meine eigenen Erfahrungen:
Da ich im Moment ziemlich viel zu tun habe und dementsprechend auch sehr viel unterwegs bin, bleibt es gar nicht aus, dass ich stricke und häkle, wenn ich auf meinem Weg durch die Weltgeschichte bin. Ich habe eigentlich immer ein einfacheres Projekt, dass ich ohne Anleitung aus dem Kopf arbeiten kann dabei, mit dem ich mir die Zeit verteiben kann.
Ich arbeite also viel in den öffentlichen Verkehrsmitteln aber genauso natürlich in der Uni und vorallem in Freistunden. Ich habe auch schon das ein oder andere Mal während Referaten in der Uni gehäkelt und hoffe immer, dass die Referenten verstehen, dass ich das nicht mache, um den Vortrag zu boikottieren, sondern um aufmerksamer zuzuhören.
In der Uni wurde ich häufig von Kommilitonen angesprochen, die mich gefragt haben, was ich gerade mache, wie lange das noch dauern wird etc. Einige wollten auch tatsächlich schon bestimmte Maschen von mir erklärt bekommen. In einem Seminar habe ich inzwischen den Ruf weg, sodass ich auch jedes Mal angesprochen werde, wenn meine Wolle mal NICHT auf dem Tisch liegt, warum ich heute nicht häkle ;)
Auch in Bus und Bahn werde ich immer wieder danach gefragt. Ich habe genauso wie die Mehrheit von euch die Erfahrung gemacht, dass besonders ältere Frauen die Chance nutzen, ihre Begeisterung zu äußern, dass auch junge Menschen noch häkeln oder stricken können. Manchmal entwickeln sich kurze und nette Gespräche aber ich habe es auch schon erlebt, dass es mir dann zu aufdringlich wurde.
Eigentlich kann ich mir sicher sein, dass ich an einem Tag, an dem ich in der Öffentlichkeit am Häkeln bin, auch angesprochen werde. Ich stimme Maschenbart also zu. Ich kann vorallem allen Singles nur empfehlen, zu den Nadeln zu greifen :)

Eure Erfahrungen: 

Wie ich ganz erfreut lesen konnte, sind (fast) alle, die genatwortet haben auch in irgendeiner Art und Weise begeisterte "Öffentlichkeitshandarbeiter", wobei auch immer wieder betont wurde, wie wichtig es ist sich der Situation anzupassen und stets höflich zu bleiben. Besonders interessant finde ich die "Taktitk", nur dort zu stricken oder zu häkeln, wo man auch ein Buch lesen würde, um andere möglichst nicht zu stören.
Es gibt ganz hartnäckige, die wirklich ÜBERALL häkeln, sogar im Stehen in der Bahn.
Die Orte, an denen ihr arbeitet:Bus, Bahn, Zug, Café, Bar, Kneipe, Wartezimmer, Friseur, Strick- oder Häkelgruppen, Flugzeug, Boot, Wanderungen, Treffen mit Freunden und Verwandten, Auto, Krankenhaus, Vorlesungen, Workshops, Schulungen, Sporthalle, Urlaub.
Bei den öffentlichen Verkehrsmittel sind die Meinungen geteilt, weil es manchen entweder zu eng, zu stickig oder zu wenig Zeit ist, um ein größeres Projekt zu nadeln. Deshalb enthält der von vielen mitgeführte Projektbeutel kleine Strickprojekte, die man gut transportieren kann und mit einfachem Muster ohne Anleitung arbeiten kann.
Der Arbeitsplatz ist jedoch für die meisten handarbeitsfreie Zone. Falls dort doch genadelt wird, dann nur in der Mittagspause.

Allerdings gibt es doch auch die ein oder andere, die ganz entschieden nicht in der Öffentlichkeit handarbeiten möchte, weil es zum einen sehr privat ist und zum anderen der Entspannung dienen soll, die nur in gewohnten Gefilden eintritt.
Ob man auf die eigenen Arbeiten angesprochen wird, scheint sehr unterschiedlich zu sein. Zum Teil erntet ihr viele Blicke von stillen Bewunderern, aber zum Teil werdet ihr auch in Gespräche verwickelt. Kinder fragen dabei ungenierter nach und auch Frauen scheinen den Handarbeiten offener gegenüber zu stehen, als Männer. Häufig wird das Gespräch mit Fragen wie "Was soll das werden? Stricken oder häkeln Sie?" eingeleitet. Manche wollen die Arbeit direkt anfassen, hätten gerne eine Erklärung/Anleitung oder erzählen von eigenen Erfahrungen.
Zum Glück sind die Reaktionen anderer Menschen häufig sehr positiv, wobei auch das ein oder andere negative Erlebnis wohl nicht ausgeblieben ist. Bei wieder anderen Menschen sorgt ihr einfach nur für Verwirrung, weil sie darüber grübeln, seit wann man mit Mikadostäbchen oder Kugelschreibern strickt und häkelt.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Andrea, Heike, Maschenbart, Margareta, Carlinda, Alpi, annieslebenslust, Selene, Michaela, Zeena, Tee & Kekse, irinasmasche, Ibu, Poppy, Kerstin, streepie, Kraftling, Angela, Martina, fadenwerkerin, Bärbl13, frauhohmann, Ina, Betti Bee und Petra für die vielen tollen und aufschlussreichen Antworten.

Ich war sehr gespannt und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, alle eure Beiträge zu lesen, zumal ich bei der ein oder anderen Geschichte laut loslachen musste.
Ich hoffe, dass auch in Zukunft die positiven und freundlichen Reaktionen überwiegen und ihr weiterhin fleißig sowohl in der Öffentlichkeit, als auch im stillen Kämmerlein arbeitet und euch an eurem Hobby erfreuen könnt :)